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HReinspaziert – Der Karriere-Podcast von REMONDIS Industrie Service

Moms at work – und was ist deine Superpower?

Episode 4 · 12. Mai 2025 · 31 Minuten

Passend zum gestrigen Muttertag widmen sich Eva Schulz und Nicole Mendel einem Thema, das ihnen besonders am Herzen liegt: die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wie lässt sich das in Einklang bringen? Welche Herausforderungen treten dabei auf – und wie können Arbeitgeber gezielt unterstützen? Eva und Nicole geben persönliche Einblicke in ihre Erfahrungen bei REMONDIS Industrie Service und tauschen sich darüber aus, was Müttern im Arbeitsumfeld wichtig ist. Zudem diskutieren sie, wie Unternehmen auf die Bedürfnisse eingehen können.

Transkript Folge 4 – „Moms at work – und was ist deine Superpower?“

00:00:01:22 - 00:00:33:02
Intro
HReinspaziert. Der Karrierepodcast von REMONDIS Industrie Service und womöglich für alle diejenigen ein Türöffner, die auf der Suche nach einem richtig guten, sicheren und zugleich aufregenden Job und Unternehmen sind. Ich bin Nicole Mendel und ich bin Eva Schulz. Gemeinsam geben wir euch Einblicke hinter die Kulissen von REMONDIS und geben Tipps zum Bewerbungsprozess. Wir stellen spannende Berufe bei uns vor, sprechen über Karrierewege und reden über Anforderungen und Wünsche an und von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

00:00:33:04 - 00:00:45:16
Nicole Mendel
Hallo liebe Zuhörer, zu einer weiteren Folge von HReinspaziert. 

Eva Schulz
Herzlich willkommen!

Nicole Mendel
Heute mal mit einer besonderen Folge zwischen Eva und mir und zwar zum Thema Mama bzw Familie und Beruf.

00:00:45:18 - 00:00:51:11
Eva Schulz
Gestern war Muttertag. Viele Grüße an dieser Stelle noch nachträglich an alle Mamis dieser Welt.

00:00:51:13 - 00:01:06:08
Nicole Mendel
Ihr macht einen super Job. Und danke für all das, was ihr für eure Kinder tut. Egal in welchem Alter sie sind, ob fünf Wochen, fünf Jahre oder selbst mit 35. Für euch bleiben eure Kinder immer eure Kinder. Ja, das heutige Thema ist ja Familie und Beruf.

00:01:06:12 - 00:01:19:07
Nicole Mendel
Und darüber würden wir gerne mit euch sprechen wollen. Eva: Was meinst du eigentlich? Gibt es dieses klassische Rollenbild noch? Frau bleibt zu Hause, man geht arbeiten oder hat sich das mittlerweile in den Jahren gewandelt?

00:01:19:09 - 00:01:39:20
Eva Schulz
Ich glaube, dass sich da richtig viel getan hat. Wenn man jetzt mal so die Generation unserer Eltern sich anguckt, dann ist da schon extrem viel passiert. Trotzdem glaube ich aber, dass wir immer noch ein ganz bisschen klassisches Rollenmodell haben. Also wenn ich so um mich rum gucke, da ist es schon noch eigentlich mehr vertreten, dass hauptsächlich die Mamas in Elternzeit gehen.

00:01:39:22 - 00:01:41:15
Nicole Mendel
Und auch länger in Elternzeit gehen.

00:01:41:16 - 00:02:17:12
Eva Schulz
Genau. Auch länger in Elternzeit gehen. Also die meisten, zumindest empfinde ich es so, gehen durchaus wirklich ein Jahr, das erste Jahr komplett. Dann gibt es immer noch mal den einen oder anderen, der noch ein zweites oder drittes Jahr geht. Aber ich empfinde es zumindest so, dass viele wirklich nach einem Jahr dann wiedergehen. Was ich aber total schön finde, was ich so in den letzten Jahren so etabliert hat, ist eben, dass auch die Väter sich da so ein bisschen mehr mit einklinken und auch eben richtig Elternzeit nehmen, auch länger Elternzeit nehmen oder eben diese bekannten Bonusmonate, um eben auch so ein bisschen die Zeit zu genießen.

00:02:17:13 - 00:02:37:11
Eva Schulz
Man kann das ja schön ein bisschen splitten. Es muss ja nicht direkt zum Anfang der Geburt sein, sondern auch innerhalb des ersten Lebensjahres des Kindes. Das ist echt ganz schön. Das haben wir persönlich auch gemacht. Ich bin ja auch Mama von zwei kleinen Kindern und habe die Zeit einfach genutzt, auch als Familie so zusammenzuwachsen. Das muss ich sagen, war wirklich schön und das empfinde ich auch so ein bisschen als den Trend.

00:02:37:12 - 00:02:48:12
Eva Schulz
Also es gehen vorzugsweise die Frauen, aber eben die Väter sind gar nicht so unbeteiligt und wollen auch. Es ist nicht so, dass die müssen, sondern die wollen auch, habe ich so den Eindruck.

00:02:48:14 - 00:03:08:24
Nicole Mendel
Finde ich auch. Also dieses klassische Rollenbild existiert tatsächlich noch, also überwiegend gehen die ersten Monate oder die ersten Jahre Frauen in Elternzeit. Aber ich finde, dieses Rollenbild hat sich deutlich modernisiert, dass sich die Väter auch ein bisschen mehr einbringen. Also die gehen halt auch in Elternzeit, so wie du das sagt. Aber mischen viel mehr mit bei der Kindererziehung.

00:03:09:00 - 00:03:25:24
Nicole Mendel
Also, da sagt so ein Papa auch mal, komm, ich gebe ihm heute die Flasche oder ich stehe nachts auf oder ich wechsele die Windeln oder mach einen Ausflug mit dem Kind oder wie auch immer. Na, das gab's vor vielen Jahren einfach noch gar nicht. Das war so, ne, das ist der Job der Frau. Ich gehe arbeiten, ich will danach meine Ruhe haben und gut ist.

00:03:26:01 - 00:03:53:18
Eva Schulz
Ja, und Gott sei Dank hat sich das so ein bisschen verändert in den letzten Jahren. Weil jetzt muss man vorweggreifen, dass wir gar nicht so stereotypisch denken wollen. In erster Linie kann ich ja wirklich so aus meiner Perspektive als Mama, die auch eben arbeitet, so ein bisschen erzählen. Aber neben dem Wunsch, eben, eine Familie zu gründen und auch Mutter zu sein, was man auch mit absoluter Leidenschaft macht, ist man aber immer auch noch jemand, der einen Beruf hat, der eine Aufgabe hat, der einen Job hat und das einem vielleicht auch einfach wichtig ist.

00:03:53:18 - 00:03:59:24
Eva Schulz
Und wenn man dann einen Partner hat, der auch mitziehen möchte, dann macht das vieles einfacher.

00:04:00:01 - 00:04:03:10
Nicole Mendel
Sag mal, wie lange warst du eigentlich mit deinem ersten Kind in Elternzeit?

00:04:03:12 - 00:04:30:05
Eva Schulz
Also ich war offiziell ein Jahr, habe aber ehrlicherweise relativ früh gemerkt, dass nur Muttersein das ist einfach nicht so ganz. Das kann ich nicht gut aushalten. Also ich habe die Zeit zu Hause total genossen. Es war auch total schön und ich habe auch mich dann tatsächlich an den Krabbelkursen versucht. Aber ich glaube auch, es ist eine Typfrage, ob man da Bock drauf hat oder nicht.

00:04:30:09 - 00:04:55:24
Eva Schulz
Ich habe mich da nicht so gesehen, muss ich ehrlicherweise sagen. Von daher habe ich nach wirklich wenigen Monaten schon mal so ein bisschen inkognito quasi den Kolleginnen im Büro wieder zugearbeitet, einfach um auch mal zwischendurch was anderes zu machen. Ein Hoch auf den Menschen dieser Welt, der Mittagsschlaf bei Kindern erfunden hat. Ich habe wirklich immer die Mittags-Schlafenszeit genutzt, um mal zwei Stunden was anderes zu machen.

00:04:56:01 - 00:05:00:21
Eva Schulz
Also auch wenn alle Hebammen dieser Welt immer sagen „Schlafe wenn das Kind schläft.“ Nee.

00:05:00:23 - 00:05:02:05
Nicole Mendel
Nee, das funktioniert nicht.

00:05:02:11 - 00:05:22:23
Eva Schulz
Es ist genauso erholsam und gibt einem irgendwie ein bisschen neue Energien, wenn man einfach auch in der Zeit was macht, wo man Bock drauf hat und wo man seinen Kopf noch mal anders anstrengt. Von daher richtig wieder angefangen bin ich nach einem Jahr aber vorher schon ein bisschen. Wie gesagt inkognito. Und ja, Gruß an alle diese Mütter, das ist auch okay.

00:05:22:24 - 00:05:43:01
Eva Schulz
Also die Gesellschaft hat ja eine relativ spezifische Vorstellung vom Mutterdasein und ich finde immer ganz wichtig, dass das jede Mutter für sich einfach entscheidet. Was tut mir gut, wie viel mache ich mit dem Kind? Es ist okay, wieder arbeiten zu gehen. Es ist okay, ein bisschen arbeiten zu gehen. Es ist aber auch okay, viel wieder arbeiten zu gehen.

00:05:43:03 - 00:05:52:19
Eva Schulz
Es gibt nichts wichtigeres, als dass man das individuell für sich und seine Familie entscheidet, wie man mit Elternzeit und wieder den Einstieg im Beruf umgeht.

00:05:52:21 - 00:06:12:09
Nicole Mendel
Und ich finde, das sollte tatsächlich auch jeder für sich entscheiden. Ich habe keine Kinder, aber ich kriege das aus dem Bekanntenkreis mit, wie blöd einige Mamas zu sich sind, also sich selber da oder gegenseitig ein Bein stellen und sagen „Wie? Du gehst nach einem Jahr wieder arbeiten? Was macht denn dein armer Justus Pascal denn dann bei der Tagesmutter?“

00:06:12:15 - 00:06:18:07
Nicole Mendel
Du musst ihn doch fördern oder sonst was. Nein, das ist meine Entscheidung und du sollst dich da nicht einmischen.

00:06:18:09 - 00:06:42:03
Eva Schulz
Ja, weil man einfach so ein bisschen vergisst, dass jeder für sich entscheiden darf und auch muss, wie das eben ins Konstrukt der Familie passt und wo sich auch am Ende des Tages jeder wohlfühlt. Das macht überhaupt keinen Sinn, von morgens bis abends sieben Tage die Woche mit seinem Kind zu Hause zu sitzen, weil die Gesellschaft von einem erwartet, dass man das nonstop rund um die Uhr tut, man aber selber dabei überhaupt nicht glücklich ist, dann macht das keinen Sinn.

00:06:42:03 - 00:06:45:21
Eva Schulz
Und glückliche Mama, glückliches Kind. Das ist ganz wichtig.

00:06:46:02 - 00:07:02:24
Nicole Mendel
Und diese Erwartung wird man eh nie erfüllen können. Also es wird sich immer jemand finden, der sagt du machst das falsch, dein Kind spielt mit zehn Wochen noch kein Klavier. Wie kannst du dies machen? Der ist ein Jahr alt und spricht noch keine drei Fremdsprachen. Also jeder hat da irgendwie einen anderen Anspruch an sein Kind, an seine Erziehung, an seinem ganzen Konzept.

00:07:03:04 - 00:07:08:22
Nicole Mendel
Ja, und dann haltet an eurem Konzept fest, aber spielt den anderen Müttern da nicht ein falsches Spiel vor.

00:07:08:24 - 00:07:29:09
Eva Schulz
Wahre Worte und wichtige Worte. Definitiv. Also das ist auch mein großer Wunsch. Und alle Freundinnen um mich rum, die Kinder gekriegt haben, nach mir Kinder gekriegt haben, da habe ich auch immer gesagt: Gebt nicht so viel auf die Meinung anderer, lasst euch davon nicht so einnehmen. Es ist immer noch das eigene Bauchgefühl, was entscheidet, ob das richtig oder falsch ist.

00:07:29:09 - 00:07:48:21
Eva Schulz
Und da darf einfach auch niemand anmaßend rein sprechen. Das gilt genauso für die Frage „Wann fange ich wieder an zu arbeiten?“ Der eine sagt, nach acht Wochen, der andere sagt nach drei Jahren und das ist auch okay. Also in Vorbereitung auf die Folge habe ich schon so ein bisschen gelesen. Wie macht es eigentlich so der Gros der Mamas?

00:07:48:21 - 00:08:22:23
Eva Schulz
So, und da war ich schon erstaunt, dass 65 % aller Mütter wirklich auch nach einem Jahr wieder arbeiten gehen. Das finde ich eine starke Zahl. Ich finde es aber gut und ich glaube auch, dass viele positiv bestärkt, einfach noch mal arbeiten zu gehen, weil ich glaube, dass wenn man diesen Zwiespalt oder diesen Spagat zwischen Beruf und Familie hinbekommt, das aber auch alle in der Familie davon profitieren, dass man eben nicht nur die klassische Mutti ist, die zu Hause den Haushalt macht und dem Papi schon mal die Zeitung, das Bier und die Pantoffeln hinstellt.

00:08:22:23 - 00:08:25:16
Eva Schulz
Also da sind wir einfach heutzutage nicht mehr.

00:08:25:16 - 00:08:43:00
Nicole Mendel
Nee, Gott sei Dank. Aber was meinst du denn, was noch weitere Gründe sein könnten, warum sich Mütter so früh wieder entscheiden, wieder in den Job zurückzukehren? Also klar will sich jeder irgendwie individuell weiterentwickeln und vielleicht doch noch im Job ein bisschen weiterkommen. Aber das kann ja nicht der einzige Grund sein.

00:08:43:02 - 00:08:56:09
Eva Schulz
Glaube ich tatsächlich nicht. Also ich glaube auch, dass bei vielen Mamas so ein bisschen die Angst mitschwingt. Kann ich zurück in meinen alten Job? Also es gab ja immer so ein bisschen dieses na ja, die Teilzeitmutti, die kommt wieder für Knicken-lochen-abheften.

00:08:56:11 - 00:08:57:13
Nicole Mendel
War das auch deine Befürchtung?

00:08:57:13 - 00:09:14:21
Eva Schulz
Das war auch meine Befürchtung. Wirklich. Weil ich war schon so ein kleines Arbeitstier. Ich habe gerne viel gearbeitet und ich habe gerne in einer hohen Frequenzzahl gearbeitet und so, das war mir schon wichtig und ich hatte auch immer so ein noch ein gesundes, aber immer ein gutes Stresslevel auch so hier und da hatte ich schon ein bisschen Angst vor.

00:09:14:22 - 00:09:37:22
Eva Schulz
Also a) wie geht es mir damit, wenn ich so runterfahre, sag ich mal und auch wie geht es mir damit, wenn ich halt nicht mehr in diese 100 Prozentige gleiche Taktung wieder komme? Und was sind meine neuen Aufgaben? Also werde ich dann jetzt auch als Mutti runter degradiert und mache jetzt nur noch arbeiten um anderen zuzuarbeiten und wirklich Ablage machen.

00:09:37:22 - 00:10:07:02
Eva Schulz
Und ich sage mal so, die A-Stapel / B-Stapel-Aufgaben. Oder ist es wirklich so ein, ich werde jetzt auch wieder an meiner Leistung, die ich vor Mutterschaft geleistet habe, werde ich daran auch gemessen und mich auch so wieder auf. Und das kann ich jetzt für die RIS zumindest sagen, das hat ein tausend Prozentig funktioniert. Ich bin genauso wieder ins Team eingegliedert worden und auch mit Aufgaben betraut worden und hatte relativ schnell wieder so meinen eigenen Arbeitsbereich. Und da muss ich sagen, bin ich im Nachhinein echt sehr, sehr glücklich.

00:10:07:02 - 00:10:13:09
Eva Schulz
Es hätte auch anders laufen können. Häufig ist das vielleicht auch noch so, kann ich für uns für die REMONDIS-Gruppe hier nicht unterschreiben.

00:10:13:14 - 00:10:34:11
Nicole Mendel
Kann ich aber tatsächlich auch so bestätigen. All die Mamis, die ich so mitgekriegt habe, konnten größtenteils wirklich zurück in ihren alten Beruf. Oder man hat tatsächlich eine angemessene Alternative für sie gefunden. Ja, jemand, der in einer Anlage arbeitet, da in Teilzeit zu sein, ist wahrscheinlich eher ein bisschen schwierig. Aber man hat dann versucht, wirklich eine gleichwertige Tätigkeit zu finden.

00:10:34:13 - 00:10:39:12
Nicole Mendel
Wobei das auch eher selten kommt, also in den meisten Fällen gehen die Mamis wieder zurück in ihren alten Job.

00:10:39:14 - 00:10:55:04
Eva Schulz
Finde ich wirklich schön. Es ist auch, finde ich ein gutes Statement auch an die Mütter, auch an die Wertschätzung der Arbeit, die sie halt vorher geleistet haben. Und so ging es mir auch. Also ich hatte schon so die ersten Wochen, dass ich dachte ach, lass mich mal noch so ein bisschen schnuppern, was hat sich verändert? Weil wir sind super schnelllebig heute.

00:10:55:04 - 00:11:12:23
Eva Schulz
Es ändern sich ganz viele Prozesse, auch in so einer kurzen Zeit von manchmal nur einem halben Jahr oder von einem Jahr oder da erschreckt man sich, was passiert und dann schnuppert man so ein bisschen rein und dann ist es wie Fahrradfahren. Dann ist man total schnell wieder drin und man kriegt so neue Energie und hat auch Bock, finde ich, das zu machen.

00:11:13:00 - 00:11:31:06
Eva Schulz
So war es zumindest bei mir. Also ich würde das tatsächlich so wieder machen, kann aber wirklich auch verstehen, wenn Mütter sagen „Mir ist das auch nicht wichtig.“ So, dann muss halt jetzt jemand drei Jahre den Job machen und dann gucke ich, wo ich bleibe nach drei Jahren. Jeder muss das für sich entscheiden, für mich nach einem Jahr wiederkommen war perfekt.

00:11:31:08 - 00:11:44:15
Eva Schulz
Es war die gute Mischung aus wirklich raus sein, sich Zeit nehmen, sich anders zu fokussieren, sich neu zu orientieren und dann aber wieder so zurückkommen und noch so zeitnah zurückzukommen, dass einem jetzt nicht alles überrennt.

00:11:44:17 - 00:12:00:13
Nicole Mendel
Ja und das ist eine Entscheidung von jedem Selbst. Wenn jemand meint, er muss zwei Jahre zu Hause bleiben, dann ist das auch okay. Also man muss halt auch immer dann irgendwie ein Stückweit die Waage finden „Kann ich mir das dann überhaupt auch finanziell erlauben?“ Alles wird leider teurer, wie wir das alle irgendwie mitkriegen und zu spüren kriegen.

00:12:00:15 - 00:12:07:13
Nicole Mendel
Wenn ich mir das leisten kann und so gut über die Runden kommen, ja, warum nicht? Sag mal Eva, in wie vielen Stunden bist du eigentlich zurückgekommen?

00:12:07:15 - 00:12:18:21
Eva Schulz
Ich bin mit 20 Stunden wieder angefangen und jetzt muss ich ehrlicherweise sagen, dass ich vor den Kindern die Muttis, die mit 20 Stunden wieder arbeiten gegangen sind, echt auch ein bisschen belächelt habe manchmal.

00:12:18:21 - 00:12:19:23
Nicole Mendel
na, na, na.

00:12:19:23 - 00:12:38:22
Eva Schulz
Ja, das ist, da kann man wirklich erst richtig drüber urteilen, wenn man selber in der Situation war. Da habe ich mir hinterher auch auf die Finger gehauen. Das ist schon so, da hast du recht. Aber man kommt aus einem Vollzeitjob mit 40 Stunden, weiß ich nicht, vielleicht 45 Stunden mit Überstunden - gibt es bei uns natürlich nicht - aber habe ich mal gehört, soll es irgendwo geben.

00:12:38:24 - 00:12:56:17
Eva Schulz
Da denkt man sich „Boah, Luxus, nur die Hälfte arbeiten, wie mega. Was ich in der Tat alles machen würde“ und dann hat man da so ein oder in meinem Fall zwei so kleine Eumels und dann erschreckt man sich, wie viel doch 20 Stunden sein können. Am Anfang alles unter einen Hut zu kriegen, da habe ich mich sehr erschrocken.

00:12:56:19 - 00:13:10:12
Nicole Mendel
Ich glaube, viele denken sich dann, ach nee man hat bestimmt so ein richtig geiles Jetset-Leben, trifft sich dann mit ihren Freundinnen zum Prosecco oder geht irgendwie noch frühstücken oder was auch immer. Aber nein, es gibt ja auch noch viele weitere Dinge, die man dann nachgehen muss, wenn die Arbeit vorbei ist.

00:13:10:15 - 00:13:40:00
Eva Schulz
Pustekuchen, sag ich dir. Pustekuchen. Ich gehe ja, wie du weißt. Ja, Freitags habe ich immer meinen nett gemeinten Hausfrauentag. Das ist der stressigste Tag in der ganzen Woche. Weil man halt irgendwie versucht, dann noch alles irgendwie untereinander zu kriegen und seine Sachen zu erledigen, die man unter der Woche nicht schafft. Weil ich arbeite einen Tag voll und an drei Tagen Hälfte und wenn ich mittags dann aufhöre, dann habe ich a) immer den Zwiespalt „Ah, jetzt habe ich die Sache nicht zu Ende geschafft und eigentlich hätte ich das gerne noch beendet.“

00:13:40:00 - 00:13:58:06
Eva Schulz
Ah, das muss ich jetzt bis morgen liegen lassen. Das ist immer ein ganz blödes Gefühl. Und dann sitzt man so ein bisschen auf heiße Kohlen, weil das eine Kind kommt aus der Schule, hat Hunger, möchte Hausaufgaben machen oder muss Hausaufgaben machen. Das andere Kind muss aus dem Kindergarten abgeholt werden. Die haben ihre Hobbys. Man muss noch einkaufen, man hat noch einen Haushalt zu erledigen.

00:13:58:08 - 00:14:00:07
Eva Schulz
Der Tag ist ja dann nicht beendet.

00:14:00:09 - 00:14:14:19
Nicole Mendel
Also das sind halt auch Jobs, die Mamis so haben. Genau, das Kind weint auch mal, ein Kind ist krank. Du bist Krankenschwester, du bist Sterneköchin und alles weitere noch. Also ihr habt ja zig weitere Jobs neben der eigentlichen Tätigkeit beim Arbeitgeber.

00:14:14:21 - 00:14:20:08
Eva Schulz
Ja und ganz verrückt. Die Kinder wollen Zeit mit einem verbringen. Die wollen was spielen, die wollen was unternehmen.

00:14:20:10 - 00:14:22:06
Nicole Mendel
Entertainer seid ihr auch noch.

Eva Schulz
Ja sicher.

00:14:22:08 - 00:14:46:02
Eva Schulz
So und das heißt, häufig fängt der eigentliche Lauf mit der Zeit, alles unter einen Hut zu kriegen, nach der Arbeit an! So, deswegen habe ich ja eben auch schon gesagt, eigentlich ist so im Büro sein, fast Entspannung, weil man sich in Anführungsstrichen nur auf seinen Job konzentrieren muss und nicht fünf Stellen noch gleichzeitig bedienen muss. Der eine hat sich wehgetan, der andere hat Hunger, der nächste will, keine Ahnung.

00:14:46:02 - 00:15:14:06
Eva Schulz
Jetzt zu seinen Freunden. Und ja, das ist manchmal wirklich, das unterschätzt man wirklich sehr. Und deswegen mit 20 Stunden anfangen, da war ich schon echt bedient. Wenn man aber so ein bisschen Routine hat in seinem Alltag und man, wenn man eins als Mutter wirklich in Perfektion lernt, dann sich zu organisieren. Dann hat man auch irgendwann so eine Routine dran und dann kommt man irgendwann auch an den Punkt, dass man sagt „Ach Mensch, 20 Stunden sind gut. Ein bisschen mehr würde auch gehen.“

00:15:14:06 - 00:15:37:09
Eva Schulz
Und ich habe dann wirklich 20 Stunden gemacht. Dann bin ich irgendwann auf 25 Stunden gegangen und jetzt sind meine Kinder nicht groß, aber schon gut selbstständig an vielen Stellen. Die Große ist in der Grundschule, die Kleine ist noch im Kindergarten und kommt nächstes Jahr in die Schule. Da gibt es schon einfach wieder neue Möglichkeiten. So und ich mach mittlerweile eben 30 Stunden. Dank Corona muss man in dem Fall dann sagen.

00:15:37:09 - 00:15:57:06
Eva Schulz
Sind ja die vielen Unternehmen auch einfach in ihrer Arbeitszeitgestaltung ein bisschen flexibler geworden. Wir ja eben auch. Das heißt, ich kann auch durchaus was von zu Hause mal arbeiten, ich bin im Büro. Man kann das ganz schön flexibel gestalten, wie es für beide Seiten eben passt. Also es muss schon passen. Das ist natürlich auch jetzt in meinem Fall als Büromitarbeiterin natürlich einfacher.

00:15:57:06 - 00:16:15:19
Eva Schulz
Wie jetzt ein Kollege, der keine Ahnung, im Labor ist oder auf dem LKW sitzt, der kann halt nicht nach zwei Stunden sagen: So, jetzt mach ich vor Feierabend. Ich muss noch Spaghetti kochen. Das läuft dann so halt nicht. Das muss man positionsbedingt wirklich sehen. Aber, für mich hat sich das gut gefügt, so dass ich aktuell 30 Stunden mache.

00:16:15:21 - 00:16:25:09
Eva Schulz
Das ist auch ein End Arbeit, keine Frage. Also die muss man sich schon auch gut freischaufeln, die 30 Stunden. Aber es geht und es geht gut und es macht einfach Spaß.

00:16:25:11 - 00:16:47:17
Nicole Mendel
Ja, und dort ist das ja gerade noch mal kurz gesagt durch Corona. Ich finde, bei der Carearbeit mischen tatsächlich auch mehr die Männer mit. Na also, dann fährt Papa zum Fußball-Kurs oder macht Hausaufgaben mit dem Kind. Also das hat sich dahingehend tatsächlich ein bisschen gewandelt, das Blatt. Also ob Carearbeit, die leider nicht bezahlt wird, die aber trotzdem tagtäglich für Eltern mit anfällt.

00:16:47:19 - 00:16:51:24
Nicole Mendel
Aber ich finde, da sieht man tatsächlich eine deutliche Verbesserung.

00:16:52:01 - 00:16:57:23
Eva Schulz
Also es wird nicht bezahlt, aber verdienen tut man ja trotzdem am Ende des Tages. Also man verdient ja auch in dem man…

00:16:58:01 - 00:17:00:03
Nicole Mendel
Du kriegt ganz viel Liebe von 

Eva Schulz
Na ja.

00:17:00:03 - 00:17:22:16
Eva Schulz
Das sieht man mal so, mal so. Es ist immer Tagesform abhängig, aber ja, grundsätzlich. Also es ist ja schon auch nicht selbstverständlich, Familie haben zu dürfen. Zeit mit den Kindern haben zu können. Und auch, dass Väter eben heute auch so teilhaben dürfen und ja auch eben von diesen flexiblen Arbeitszeitmodellen profitieren, um auch wirklich von der Familie mehr zu haben.

00:17:22:16 - 00:17:32:12
Eva Schulz
Also denk mal wirklich so die Generation unserer Eltern, die gehen morgens aus dem Haus, kommen abends wieder, dann sind die Kinder eigentlich schon wieder auf dem Weg ins Bett. Man hatte so gar nichts voneinander.

00:17:32:14 - 00:17:37:01
Nicole Mendel
Ja, gerade auch wenn Dienstreisen anstanden. Da waren Mama und Papa vielleicht auch mal ein paar Tage nicht da.

00:17:37:04 - 00:18:00:04
Eva Schulz
Ja, eben. Und, also ein Hoch auf die Videotelefonie heutzutage. Aber das gibt einem auch die physische Zeit einfach nicht wieder. Und das finde ich schon sehr, sehr schön heute. Und da hat sich auch die Denke der der Männer finde ich, sehr verändert. Die wollen ja auch mit ihren Kindern, also wenn ich das bei uns zu Hause sehe, die Kinder haben total Bock auf Zeit mit ihrem Papa und genießen das auf beiden Seiten.

00:18:00:04 - 00:18:07:17
Eva Schulz
Das ist schon wirklich schön. Hat sich schon wenn man jetzt mal so eingehend auf deine Frage zurückkommt. Da hat sich extrem viel getan in den letzten Jahren.

00:18:07:23 - 00:18:24:24
Nicole Mendel
Es gingen ja auch immer mehr Väter in Elternzeit. Also das haben wir hier bei der RIS tatsächlich auch, dass der ein oder andere Papa sich dann vielleicht für einen Monat oder zwei Auszeit oder auch länger und wirklich dann aktiv Zeit mit seinem Kind verbringt. Du hast ja gerade noch gesagt, dass du ja in Teilzeit bist, mit 30Stunden und dass das dein Maximum ist.

00:18:25:01 - 00:18:49:08
Nicole Mendel
Hier würde ich gerne noch was Ergänzendes sagen wollen, weil ich glaube, dass von vielen Müttern auch die Angst da ist, einfach die ewige Teilzeitkraft zu sein. Also wenn die nicht rechtzeitig in ihren Job zurückgehen, dass die Stunden irgendwie andersweitig verteilt werden und dass die einfach dann nicht mehr aufstocken können und dementsprechend dann auch lange, lange Zeit weniger verdienen und viele Unternehmen einfach sagen „Nee, wir haben jetzt keine Kapazitäten mehr für dich als Vollzeit, du bleibst jetzt in deiner Teilzeitstelle.“

00:18:49:08 - 00:18:52:23
Nicole Mendel
Und dass die sich dahingehend vielleicht nicht wirklich verwirklichen können.

00:18:53:00 - 00:18:59:20
Eva Schulz
Aber das lösen wir ja wirklich ganz schön. Also hier kann ja wirklich jeder ist willkommen, der seine Stunden aufstocken möchte, weil,

00:18:59:22 - 00:19:01:23
Nicole Mendel
da kommt jemand vorbei und kratzt noch ein bisschen.

00:19:01:23 - 00:19:19:15
Eva Schulz
Ja, das habe ich auch ja gerne regelmäßig, dass jemand kratzt und sagt „Mensch, jetzt, was ist mit mehr?“ Aber was auch okay ist, wenn man sagt, so wie es jetzt ist, ist es okay und es darf so bleiben und man bleibt halt einfach im Gespräch, wenn man das Gefühl halt auch hat „Boah, habe ich mich vielleicht ein bisschen übernommen?“

00:19:19:17 - 00:19:40:17
Eva Schulz
Kann ja auch passieren, dass man irgendwie denkt ach ja, komm, schaffe ich locker und merkt dann aber so in den nächsten Wochen, Monaten , oha schwierig. Da muss man im Gespräch bleiben. Und wenn man aber das Gefühl hat, man ist so total gut eingegroovt mit seinen Sachen, dass dann auch eben Potenzial für mehr Stunden besteht, das ist ja wirklich einfach nur ein im Gespräch bleiben.

00:19:40:17 - 00:20:00:00
Eva Schulz
Und dann gibt es da auch immer eine Lösung für. Zumindest habe ich das in all den Jahren, die ich jetzt hier bin, nicht anders erlebt, als dass wir nicht irgendeine Lösung für jederlei Wunsch und Belangen haben, dass es eben für beide Seiten passend ist. Jetzt haben wir ja eingehend den Muttis dieser Welt gedankt für diesen tollen Job, den sie ja alle irgendwie machen.

00:20:00:02 - 00:20:14:11
Eva Schulz
Dann muss man aber auch an alle anderen denken, die einem dieses Arbeiten mit Familie überhaupt ermöglichen. Also weil wenn man eins nicht planen kann, dann einen Plan zu haben, weil durch Krankheit, durch Kita geschlossen.

00:20:14:13 - 00:20:15:03
Nicole Mendel
Corona.

00:20:15:03 - 00:20:35:17
Sprecher 2
Corona, all diese Dinge, die das Leben zum Leben machen, auf die muss man reagieren, auf die muss man manchmal kurzfristig reagieren und dann ist man echt unter den glücklichen Menschen, weil man einen guten Background hat, wo man drauf zurückgreifen kann, wo es Großeltern gibt, die auch im besten Fall vielleicht sogar feste Tage haben, mit den Kindern zu verbringen.

00:20:35:19 - 00:20:36:20
Nicole Mendel
Tanten und Onkel.

00:20:36:20 - 00:20:47:09
Eva Schulz
Tanten und Onkel oder weiß ich nicht, befreundete Familien. Vielleicht welche auch ohne Kinder, die sagen Mensch, haben aber trotzdem mal ein bisschen Bock drauf oder so, ohne die geht's halt manchmal leider nicht.

00:20:47:14 - 00:21:09:15
Nicole Mendel
Und wichtig ist auch, dass man spricht als Arbeitnehmer, wenn es irgendwie gerade vielleicht eine Krisenzeit gibt. Man trennt sich von seinem Partner oder man kriegt das mit der Stundenaufstockung doch nicht so hin, wie man sich das eigentlich gedacht hat. Geht auf eure Arbeitgeber zu! Sagt denen, wie gerade die Situation ist. Sprecht darüber und ich bin mir ziemlich sicher, dass man da eine Lösung findet, wie man dieses Problem dann auch umgehen kann.

00:21:09:17 - 00:21:24:15
Eva Schulz
Das glaube ich auch. Das ist immer, wenn man proaktiv das Gespräch sucht und sagt, man kann die Situation vielleicht gerade noch nicht gut einschätzen oder man weiß noch nicht so richtig, was da auf einen zukommt. Auch jetzt noch in meinem Fall war es noch ein bisschen oha, was macht es vielleicht noch mal, wenn das Kind in die Schule geht?

00:21:24:15 - 00:21:30:23
Eva Schulz
Was verändert sich da vielleicht noch mal? Wie betreuungsbedürftig wird mein Kind dann noch mal.

Nicole Mende
Auch mit Unterrichtszeiten?

00:21:30:23 - 00:21:34:02
Nicole Mendel
Na dann ist Unterricht um 9:00. Ich muss aber um acht im Büro sein.

00:21:34:04 - 00:22:07:23
Eva Schulz
Zum Beispiel. Und da ist es, glaube ich, immer schlauer, einfach das Gespräch zu suchen. Das habe ich hier auch immer so empfunden. Also wir haben auch in den letzten Jahren mal ein, zwei Situationen gehabt, wo ich dachte Mensch, ich bin vielleicht auch nicht kopfmäßig immer so 100 Prozentig da oder ich habe vielleichtmal eine Situation, da muss ich Knall auf Fall alles stehen und liegen lassen und auch da habe ich dann mit unserer Chefin das Gespräch gesucht und ich kann nur berichten, es gibt da eine Lösung und es sind ja alles Menschen, mit denen man da in Kontakt tritt, die auch Familie haben, die auch mal Lebensumstände haben, die unglücklich sind und das kann ich

00:22:07:23 - 00:22:18:22
Eva Schulz
auch tatsächlich da empfehlen. Sprecht mit euren Arbeitgebern, wenn ihr mehr machen wollt, wenn ihr weniger machen wollt, wenn euch irgendwas belastet. Nur dann ist es auch möglich, da eine Lösung für zu finden.

00:22:18:24 - 00:22:21:22
Nicole Mendel
Die offene Kommunikation ist da tatsächlich das A und O.

00:22:21:24 - 00:22:27:22
Eva Schulz
Nicole, jetzt haben wir die ganze Zeit über vor allem, glaube ich, habe ich diesmal einen sehr hohen Redeanteil in dieser Folge.

00:22:27:24 - 00:22:31:06
Nicole Mendel
Aber letztendlich geht es ja auch um dich. Du bist ja eine Mama in einem Beruf.

00:22:31:06 - 00:22:51:13
Eva Schulz
Und ich bin auch gerne Mama, bin aber auch gerne hier. Aber jetzt versuchen wir mal einen Schwenk zu kriegen, dass du auch noch ein bisschen uns was erzählst. Weil mich würde jetzt mal interessieren, ich bin ja viele Jahre hier glücklich und habe gar nicht rechts und links geguckt, was der Arbeitsmarkt so hergibt. Aber du so aus Sicht der Recruiter, wie ist das denn, wenn eine Mama sich hier bewirbt?

00:22:51:13 - 00:23:11:05
Eva Schulz
Also hat die überhaupt eine Chance? Schreiben wir überhaupt Stellen in Teilzeit aus? Wie muss sich denn so eine Mami das vorstellen? Wenn die bei dir hier zum Gespräch kommt, ist das Thema? Nehmen wir da Rücksicht darauf? Haben wir Angst davor, wenn sich jemand bewirbt, der, man sagt ja so schön gebärfähigen Alter ist oder vielleicht schon Kinder hat, erzähl doch mal so aus Recruiter Sicht.

00:23:11:10 - 00:23:35:19
Nicole Mendel
Nein, wir haben da tatsächlich keine Angst vor und wir schreiben auch bewusst Stellen in Teilzeit oder in Vollzeit aus, weil es immer noch besser ist. Ich kann die Stelle vielleicht mit einer Teilzeitkraft besetzen, als dass ich sie monatelang unbesetzt lasse. Letztendlich. Wir sind ja auch ein Familienunternehmen. Warum sollten wir denn dann Familien auch nicht fördern? Denke aber, dass es in der freien Wirtschaft mit Sicherheit immer noch das eine oder andere schwarze Schaf gibt, das dann halt so was sagt.

00:23:35:19 - 00:23:55:02
Nicole Mendel
Ja, okay, gerade verheiratet, im gebärfähigen Alter, die nehmen wir nicht, die ist nach einem Jahr ist sie wieder weg oder in Elternzeit für zwei, drei Jahre. Damit ist uns nicht geholfen und ich find das sehr schade, weil nicht jede junge Frau, die vielleicht frisch verheiratet ist, auch unbedingt ein Kind haben möchte. Also gibt ja auch genügend, die sagen „Nee, mit Kindern kann ich nicht so wirklich was anfangen.“

00:23:55:02 - 00:24:04:15
Nicole Mendel
Ich bin froh, wenn ich mit meinem Mann alleine sein kann. Genauso gibt es aber auch Frauen, die vielleicht krank sind, die keine Kinder haben können und denen dadurch dann tatsächlich auch eine Chance verwehrt bleibt.

00:24:04:17 - 00:24:14:08
Eva Schulz
Oder die, die das Rollenbild komplett ändern. Die sagen ja Kinder gerne, aber ich bleibe nicht zu Hause. Ich gehe Vollzeit weiterarbeiten und der Mann übernimmt das komplett. Gibt es ja auch durchaus schon.

00:24:14:10 - 00:24:34:10
Nicole Mendel
Ja, wir fragen natürlich immer: Wollen Sie in Vollzeit oder in Teilzeit arbeiten? Aber auch da machen wir viele Dinge möglich. Also wenn ich jetzt mal an unsere Abteilung denke, unsere Mamis, wie wir so schön immer sagen, die sind nun mal größtenteils in Teilzeit bei uns beschäftigt. Also wir haben viele, die nicht komplett Vollzeit arbeiten und nicht 40 Stunden die Woche da sind.

00:24:34:12 - 00:24:40:03
Eva Schulz
Der Großteil in unserer Abteilung ist tatsächlich in Teilzeit und wir rocken das schon ordentlich.

00:24:40:05 - 00:24:40:24
Nicole Mendel
Ja.

00:24:41:01 - 00:24:58:23
Eva Schulz
Auf jeden Fall. Und wenn man sich jetzt bei uns beworben hat und grundsätzlich möchte man erst mal in Teilzeit arbeiten, man hat aber vielleicht Kinder, muss ich da Hemmungen haben zu sagen, dass ich ein Kind habe? Also kriege ich dann so einen sprichwörtlichen Stempel auf? „Oh, die ist vielleicht nicht belastbar. Die fehlt ständig. Kind krank und Hand-Mund-Fuß.“

00:24:58:23 - 00:25:02:02
Eva Schulz
Keine Ahnung, was nicht einmal alles so kreucht und fleucht. Überall.

00:25:02:04 - 00:25:19:23
Nicole Mendel
Nein, ich glaube, das sollte auch jedem Arbeitgeber bewusst sein, dass so ein Kind halt mal krank werden kann. Und das dann eine Mama mit ausfällt. Aber auch dahingehend wir ermöglichen mobiles Arbeiten. Wenn das Kind jetzt nur einen Schnupfen hat und deswegen nicht in die Kita darf, dann kann Mama ja noch ganz normal von zu Hause aus am PC sitzen und beispielsweise Buchungen durchführen.

00:25:20:00 - 00:25:41:14
Eva Schulz
Das hat sich auch wirklich sehr verändert, glaube ich, dass man definitiv besser miteinander kombinieren kann, weil ja nicht wirklich jeder, jeder Krankenstand gleich dazu führt, also Kind krank, dass man selber eben dann auch gar nicht mehr arbeiten gehen kann. Das lässt sich ja wirklich gut kombinieren. Heute kann ich auch aus eigener Erfahrung sagen, also das funktioniert wirklich gut hier.

00:25:41:20 - 00:25:57:19
Nicole Mendel
Ja, es ist immer schön, wenn man direkt weiß, okay, Kind ist betreut und man da nicht irgendwie noch grübeln muss, wie kriegt Mami das mit dem Kind hin oder sonstiges. Also wenn da klar, hatten wir ja gerade eben schon die Großeltern vielleicht mitmachen oder der Betreuungsplatz halt die Stundenanzahl hergibt. Das ist hier alles kein Problem.

00:25:57:21 - 00:26:23:10
Eva Schulz
Das finde ich gut, weil man hört ja doch immer noch mal von Unternehmen, wo es kritisch beäugt wird, wenn jemand einfach Kinder hat und man dann vielleicht doch lieber den männlichen Bewerber vorzieht. Und das ist schon schade. Von daher bin ich ganz froh, dass wir das hier schon stark anders handhaben. Und wenn ich so im Kollegenkreis herum gucke, wie viele Frauen wir haben, wie viele Muttis wir haben, wie viele Teilzeitkräfte wir aber auch haben, da, da bin ich schon echt stolz auf uns.

00:26:23:16 - 00:26:32:10
Nicole Mendel
Ja, das machen wir ganz gut. Ja, irgendwie kommen wir jetzt auch schon so langsam zum Schluss unserer Folge. Aber, lass uns doch mal was Verrücktes machen.

00:26:32:12 - 00:26:33:21
Eva Schulz
Verrückt finde ich super.

00:26:33:23 - 00:26:56:16
Nicole Mendel
Komm, wir machen oder wir spielen jetzt mal „Wünsch dir was“. Was würdest du dir oder was wünschen wir beide uns dann? Was so zukünftig für Frauen im Beruf, was sich da verbessern sollte oder generell in Unternehmen, was da angepasst werden sollte. Vielleicht sage ich auch noch wir wollen hier nicht spoilern. Also wir haben hier so Sachen nicht vor, sondern das ist einfach jetzt nur ein Brainstorming und wir schmeißen mal Ideen raus.

00:26:56:16 - 00:27:01:13
Nicole Mendel
Aber wer weiß, vielleicht kommt es zukünftig ja doch. 

Eva Schulz
Mal frei ins Blaue, meinst du? 

Nicole Mendel
Genau, Genau.

00:27:01:17 - 00:27:25:10
Eva Schulz
Okay, also in erster Linie würde ich mir tatsächlich wünschen, dass das weiter Fahrt aufnimmt, dass man auch als Teilzeit arbeiten, anerkannt wird. Vernünftig, dass es nicht eben dieses Knicken, Lochen, Abheften ist, das man da vernünftigen Job macht, der genauso wichtig ist wie der, der eben auch 40 Stunden arbeitet. Dass da noch ein bisschen mehr Umdenken stattfindet, das würde ich mir echt wünschen.

00:27:25:12 - 00:27:31:05
Eva Schulz
Aber ich glaube, da sind wir auf einem guten Weg. Ja klar, so klassische Dinge, die halt einfach total cool wäre.

00:27:31:05 - 00:27:33:11
Nicole Mendel
Betriebs-Kindergarten.

00:27:33:13 - 00:27:46:13
Eva Schulz
Wenn so was selbstverständlich würde. Das ein Unternehmen einer bestimmten Größe das irgendwie da ermöglicht? Oder dass man so die Einrichtung auch rund um den Arbeitsplatz um so ein bisschen Zeit manchmal einzusparen. So was wäre halt irgendwie cool.

00:27:46:15 - 00:28:05:01
Nicole Mendel
Also so ein Betreuungsplatz, das wäre, glaube ich, gar nicht so verkehrt. Und wenn es irgendwie nur für die Ferien ist. Kindergarten hat ja teilweise vier Wochen zu. So viel Urlaub hat man im Beschäftigungsverhältnis auch nicht, dass man das jetzt immer unbedingt komplett für die Kitaschließung aufbringen möchte. Ja dann irgendwie cool, wenn man das Kind hier parken könnte. Blöd gesagt.

00:28:05:01 - 00:28:13:02
Nicole Mendel
Ja, und hier so eine Ferienbetreuung hätte, dass man mittags mal rüber gehen kann, mit dem Kind zusammen 12:00 isst und was man weiß. Okay, Kind, das ja ganz nett betreut.

00:28:13:04 - 00:28:39:20
Eva Schulz
Cool wären vielleicht auch manchmal so Ferienprogramme, vielleicht auch Familien, vor allem vielleicht für die Familien, die eben sich nicht so einfach Urlaub leisten können, dass man denen noch mal ein bisschen subventioniert, vielleicht Ferien ein bisschen schöner gestalten kann. Weil Urlaub haben wir ja alle. Dass die einfach manchmal mehr Qualität von ihrem Urlaub haben. Ich habe schon ein paar Mal gehört, dass es auch Unternehmen gibt, die Betriebsferienwohnungen haben, die die Mitarbeiter dann zu einem vergünstigten Preis mieten können.

00:28:39:20 - 00:28:46:23
Eva Schulz
So was finde ich total cool. Da gibt es ja doch viele, die es eben nicht können, sich nicht leisten können, dass man denen das noch mal eröffnet, fänd ich cool.

00:28:47:00 - 00:28:51:09
Nicole Mendel
Also zu Ferienzeiten dann, wenn die Kinder irgendwie schon in die Schule gehen, ist halt auch einfach alles teuer.

00:28:51:11 - 00:28:59:03
Eva Schulz
Ja voll, absolut. Und man ist halt wirklich ja auch absolut eingeschränkt in den Ferien. Das ist nur mal so.

00:28:59:03 - 00:29:16:05
Nicole Mendel
Cool wäre ja eigentlich auch ein Eltern Kind Tag. Also Eltern bringen ihr Kind einen Tag mit zur Arbeit, weil Kinder ja nun mal auch fragen. Also Mama, wo arbeitest du? Was machst du da eigentlich den ganzen Tag? Wie sieht denn dein Job aus? Du erzählst immer von Claudia, Michael oder sonst wem. Wer ist das eigentlich? Ich würd die auch gerne mal sehen.

00:29:16:05 - 00:29:18:02
Nicole Mendel
Also so was finde ich eigentlich auch ganz witzig.

00:29:18:08 - 00:29:38:11
Eva Schulz
Das würde ich auch total unterstützen. Nicht unbedingt jeden Tag bitte, weil dann glaube ich, schafft man gar nichts mehr. Denen das so ein bisschen näher zu bringen fänd ich cool. Weil also meine Kleine glaubt, dass ich LKW fahre, weil sie immer nur die Kollegen von der Region, die bei uns zu Hause den Müll abholen, sie sieht das große REMONDIS-Logo und denkt, wenn ich ins Büro fahre, dann mache ich das auch.

00:29:38:12 - 00:29:44:12
Eva Schulz
Also dann sieht sie mal, dass ich halt kein LKW fahr. Wobei sie dann sehr wahrscheinlich enttäuscht ist vielleicht auch nicht so schön.

00:29:44:14 - 00:29:47:09
Nicole Mendel
Ja, aber hier sieht sie ja auch den ein.

00:29:47:09 - 00:29:51:18
Eva Schulz
Oder anderen neuen Bereich. Viele coole andere Sachen.

00:29:51:20 - 00:30:14:12
Nicole Mendel
Das waren noch schöne abschließende Worte zu unserer heutigen Podcastfolge. Es ist kein einfaches Thema, also ein sehr sensibles Thema und viele verschiedene Meinungen, die da aufeinander treffen. Wir wollten niemandem auf den Schlips treten, sondern einfach nur unsere Sicht der Dinge darstellen, wie wir mit gewissen Dingen handhaben und wie wir gewisse Dinge sehen. Aber trotzdem freuen wir uns natürlich, dass ihr zugehört habt.

00:30:14:14 - 00:30:24:13
Nicole Mendel
Und wenn ihr Anmerkungen oder Kritik habt, dürft ihr das natürlich auch gerne äußern und uns eine Mail schreiben. Wie immer an persönlich mit oe @remondis.de

00:30:24:15 - 00:30:43:08
Eva Schulz
Genau, wenn ihr jetzt sagt Boah, auch in Teilzeit, ich sehe mich da, habe ich Bock drauf, fühle ich mich aufgehoben, auch wenn ich Teilzeit arbeite. Dann schaut doch bei uns auf die Karriere Seite. Das ist www.ris-karriere.de. Könnt ja aber auch alles noch mal einen Shownotes nachlesen. Ja, und dann haben wir es geschafft für heute, oder?

00:30:43:13 - 00:30:58:12
Nicole Mendel
Ja, tatsächlich schon. Aber was ich noch gerne sagen wollen würde: Bewertet unseren Podcast doch auch bitte. Wenn euch unser Format gefällt, freuen wir uns natürlich über jede Bewertung, über jeden Kommentar und auch über jeden, der uns natürlich abonniert.

00:30:58:14 - 00:31:05:19
Eva Schulz
Yes, sehr wichtig. Davon lebt der Podcast, dass wir Feedback kriegen und dass er uns aboniert und auch eben kommentiert. Wir freuen uns darauf.

00:31:05:19 - 00:31:13:23
Nicole Mendel
Auch wenn der ein oder andere von euch mal Gast in unserer Folge sein will. Schreibt uns eine Mail, meldet euch bei uns. Wir freuen uns über jeden.

00:31:14:00 - 00:31:23:01
Eva Schulz und Nicole Mende
Das war hereinspaziert! Der Karrierepodcast von REMONDIS Industrie Service. Euer Experte rund um die Entsorgung und Verwertung von gefährlichen Abfällen.

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Über die Podcasterinnen

Nicole Mendel

Leitung Personalmarketing und Recruiting

Als Leitung des HR-Marketings und Recruitings bei REMONDIS Industrie Service gestaltet Nicole Mendel die Arbeitgebermarke aktiv mit. Im Podcast bringt sie ihr Fachwissen zu Karrieremöglichkeiten ein und sorgt für spannende Einblicke in die Unternehmenskultur. 

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Eva Schulz

Personalmarketing und Recruiting

Eva Schulz ist für das Personalmarketing bei REMONDIS Industrie Service verantwortlich und setzt kreative Ideen um, um Talente für das Unternehmen zu begeistern. Im Podcast führt sie durch authentische Gespräche und zeigt, was das Arbeiten bei REMONDIS ausmacht. 

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